Unsere Haut

Größtes Organ und stiller Kommunikator

Lesezeit: 2 Min.

Mit zunehmendem Alter verändert sich unsere Haut in ihrer Struktur und Funktion grundlegend. Bei uns Frauen beschleunigt sich dieser Prozess nach der Menopause spürbar: Der sinkende Östrogenspiegel führt zu einer reduzierten Kollagen- und Elastinproduktion, die dermale Matrix verliert an Dichte, und die Hautbarriere wird durchlässiger. Gleichzeitig verlangsamt sich die Zellteilung, die antioxidativen Schutzmechanismen arbeiten weniger effizient, und chronische Mikroentzündungen – das sogenannte „inflammaging“ – beeinträchtigen die Regeneration zusätzlich.

Dr. Franziska Feichter
am 12. August 2025

Mit zunehmendem Alter verändert sich unsere Haut in ihrer Struktur und Funktion grundlegend. Bei uns Frauen beschleunigt sich dieser Prozess nach der Menopause spürbar: Der sinkende Östrogenspiegel führt zu einer reduzierten Kollagen- und Elastinproduktion, die dermale Matrix verliert an Dichte, und die Hautbarriere wird durchlässiger. Gleichzeitig verlangsamt sich die Zellteilung, die antioxidativen Schutzmechanismen arbeiten weniger effizient, und chronische Mikroentzündungen – das sogenannte „inflammaging“ – beeinträchtigen die Regeneration zusätzlich.

Historische Pflege – Luxus vor Laborwissen

Lange bevor Dermatologie zur Wissenschaft wurde, pflegten Menschen ihre Haut mit bemerkenswerter Raffinesse. Im alten Ägypten verband man Moringaöl mit Bienenwachs und aromatischen Harzen, um sie vor Sonne und Trockenheit zu bewahren. Im antiken Griechenland war Olivenöl nicht nur Nahrungsmittel, sondern tägliches Pflegeritual, reich an Antioxidantien und essenziellen Fettsäuren. In Japan galt ein makelloser Teint als Ausdruck innerer Disziplin und ästhetischer Harmonie, erhalten durch Reispuder und Matcha-Infusionen.

Viele dieser Rituale bewiesen ihre Wirksamkeit lange bevor Mikroskope und Molekularanalysen erklärten, warum. Heute, gestützt auf modernste Forschung, wissen wir: Die Haut ist ein lebendiges, reaktionsfähiges System – und sie verändert sich mit uns. Diese Prozesse sind biologisch unvermeidbar, lassen sich jedoch gezielt beeinflussen.

Neben einer auf reife Haut abgestimmten Pflege spielt die systemische Versorgung mit ausgewählten bioaktiven Substanzen eine entscheidende Rolle. Wissenschaftliche Studien belegen, dass bestimmte Mikronährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe den Abbau struktureller Proteine verlangsamen, oxidativen Stress mindern und die epidermale Feuchtigkeitsbalance stabilisieren können.

Ich beleuchte neun Schlüsselfaktoren, die für die Haut ab 50 von besonderer Bedeutung sind.

Dazu gehören Aminosäuren, die den Strukturaufbau und die Regeneration unterstützen, sowie Astaxanthin als wirksamer Schutz vor oxidativem Stress und UV-induzierter Hautalterung. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungsmodulierend und stabilisieren die Zellmembranen, während Coenzym Q10 die mitochondriale Energieversorgung der Hautzellen fördert.
Spermidin unterstützt zelluläre Erneuerungsprozesse, bioidentische Hormone wie Östrogen und Progesteron tragen zum Erhalt der Hautdichte und Feuchtigkeitsbalance bei.
Kollagen und Hyaluron wirken strukturerhaltend und hydratisierend,
Biotin stärkt die Keratinbildung und Hautbarriere, und Magnesium fungiert als essenzieller Cofaktor im Energiestoffwechsel und bei antioxidativen Prozessen.

WOW50plus – Wissen, das wirkt

Diese Serie richtet sich an Frauen, die ihre Hautveränderungen nicht nur beobachten, sondern verstehen und darauf reagieren wollen – mit wissenschaftlich fundierten, klar strukturierten Informationen.

Jeder Beitrag beleuchtet einen relevanten Wirkstoff, erläutert seine biochemische Bedeutung, ordnet die Forschungslage ein und gibt praxisorientierte Hinweise für den sinnvollen Einsatz im Rahmen einer präventiven Hautstrategie ab 50. Ziel ist es, komplexe dermatologische Zusammenhänge in klarer, zugänglicher Form darzustellen – ohne Vereinfachung, ohne Marketingfloskeln, mit maximaler inhaltlicher Tiefe.

Jedes Kapitel fokussiert sich auf einen entscheidenden Baustein der Hautgesundheit – mit klarer Struktur:

  • Aminosäuren: Warum sie die elementaren Baustoffe für Kollagen und Elastin sind und wie gezielte Zufuhr die Hautstruktur stärkt.
  • Vitamin C: Seine Schlüsselrolle bei der Kollagenbildung, antioxidativer Schutz und optimale Dosierungsstrategien.
  • Omega-3-Fettsäuren: Entzündungshemmung, Stärkung der Hautbarriere und ihre Wirkung auf Hautalterung.
  • Astaxanthin: Das stärkste bekannte Antioxidans und sein Potenzial gegen UV-Schäden.
  • Bioidentische Hormone: Wie ein hormonelles Gleichgewicht die Hautqualität beeinflusst – und was die Wissenschaft dazu sagt.
  • Hyaluron: Feuchtigkeitsspeicher auf molekularer Ebene und sinnvolle Formen der Anwendung.

 

WOW50 ist mehr als eine Plattform.

Es ist eine Bewegung für Frauen 50+, die anspruchsvolle, faktenbasierte und zugleich alltagstaugliche Antworten auf Fragen zu Gesundheit, Schönheit und Selbstbestimmung sucht. Keine überzogenen Versprechen, keine Trends, die morgen vergessen sind – sondern wissenschaftlich fundierte Strategien, die wirken.

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